Stefan Postl, M.A.

Digitale Videopraktiken und audiovisuelle (Selbst-) Darstellung bei Freerunning und Parkour

Parkour und Freerunning sind zwei Disziplinen einer jugendkulturellen Fortbewegungsform im urbanen Raum. Die visuelle Ebene spielt sowohl für die physische Fortbewegung im Raum als auch in Bezug auf eine (Selbst-)Dokumentation und Repräsentation eine tragende Rolle. Nicht zuletzt hat die Verbreitung und Vernetzung über den virtuellen Raum des Internets und im Speziellen die Video-Plattform YouTube maßgeblichen Anteil an einer Ausweitung zu einer globalen Bewegung.

Es lässt sich festhalten, dass der Umgang mit audiovisuellen Technologien (von Amateuraufnahmen bis hin zu professionelleren Produktionen) mittlerweile ein fixer Bestandteil im Parkour- und Freerunningalltag geworden ist und in den Lebensstil dieser jugendkulturellen Bewegung integriert ist.

Die Darstellung und Repräsentation dieser Bewegungskunst wird inzwischen in großem Maße von den AkteurInnen selbst vorangetrieben. Die resultierenden Videos lassen sich in verschiedene Kategorien fassen (Trickclips, Showreels, Urlaubsvideos, Jahresrückblicke, Teamvideos etc.) die distinktive ästhetische und technische Merkmale aufweisen.

Über einen visuell-anthropologischen Zugang und eine Analyse ausgewählter Videoclips, soll die tragende Rolle audiovisueller (Selbst-)Repräsentationen (in Reportagen, in Kinofilmen, in Werbeclips und in von Praktizierenden selber produziertem Material) für Selbst- und Fremdbild erläutert werden.

Dem gegenwärtigen Umgang der AkteurInnen mit audiovisuellen Mitteln soll zusätzlich zu einer historischen und theoretischen Einbettung des Themas, besonderes Augenmerk geschenkt werden. Auch die Erfahrungen eines kollaborativen Arbeitens mit AkteurInnen selbst, sollen in eine Verortung der Praktiken einbezogen werden.

Mag. Stefan Postl ist derzeit Doktorand am Institut für Volkskunde & Kulturanthropologie, der KF-Universität Graz. Im Rahmen seiner Diplomarbeit, hat er sich theoretisch und filmisch mit dem Thema Parkour und Freerunning befasst. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der visuellen Anthropologie (sowohl theoretisch als auch praktisch) und der Stadtforschung.

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