Univ. Prof. Dr. Rainer Winter und Dr. Carsten Heinze

Soziale Bezugsfelder von Film und Bewegtbild: Neue Herausforderungen aus filmsoziologischer Perspektive

Angesichts weitreichender soziokultureller Veränderungen in der Praxis der Filmproduktion, Filmverwendung, Filmverbreitung und Filmrezeption, die auf technologische Innovationen einerseits, sowie Verbilligungen und Vereinfachungen dieser Technologien andererseits zurückzuführen sind, steht auch die Filmsoziologie vor neuen theoretischen, methodischen und empirischen Herausforderungen in der Konstituierung ihres Forschungsfeldes. Während klassische Positionen der Filmsoziologie sich vorwiegend auf populäre Formen des narrativen Spielfilms konzentrierten, was gleichzeitig einen klassischen Filmbegriff voraussetzte, wird dieser Filmbegriff, der eng mit dem Ort des Kinos verbunden ist, angesichts der Ausweitung von Bewegtbildproduktionen bis in den Alltag hinein infrage gestellt. Zu fragen wäre, auf welchen sozialen Feldern des Alltags filmische Aufnahmen an Relevanz gewinnen, was die Ausweitung der Bewegtbilder vor allem für die soziale Rezeption und Aneignung bedeutet und wie diese Entwicklungen das filmsoziologische Verständnis ihres Gegenstands verändern. Der projektierte Beitrag wird versuchen, sich diesen aktuellen Fragen aus Perspektive der Cultural Studies einerseits, sowie aus den in der Soziologie weitgehend vernachlässigten Traditionen des dokumentarischen Films, der wesentlich zum theoretischen Verständnis heutiger filmischer Alltagspraxen und deren Beobachtung beitragen, andererseits zu nähern.

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